Facebook-Konto gehackt: So holst du es zurück und was du zuerst tust

Die Wiederherstellung beginnt auf facebook.com/hacked, am besten auf einem Handy oder Computer, mit dem du dich schon einmal bei Facebook angemeldet hast. Auch wenn E-Mail-Adresse und Handynummer geändert wurden, gibt es noch einen Weg zurück.

Eine Frau hilft einem älteren Mann in einer Bibliothek an einem Computerbildschirm

Fang hier an: In welcher Lage bist du?

Wenn dein Facebook-Konto gehackt wurde, ruf facebook.com/hacked auf, am besten auf einem Gerät, mit dem du dich schon einmal bei Facebook angemeldet hast. Der Facebook-Hilfebereich zu gehackten Konten nennt das als ersten Schritt für jeden Fall, auch wenn du jemand anderem hilfst.

Was danach kommt, hängt davon ab, was die Person ändern konnte. Such die Zeile, die zu dir passt:

  • Du kommst noch hinein, aber etwas stimmt nicht: Beiträge, die du nicht geschrieben hast, ein neues Profilbild, ein Anmeldehinweis von einem Ort, an dem du nie warst. Lies den Abschnitt zum Absichern des Kontos.
  • Du kommst nicht mehr hinein, aber E-Mail oder Handynummer funktionieren noch: facebook.com/hacked und das Zurücksetzen des Passworts über diese Adresse oder Nummer bringen dich meistens zurück.
  • E-Mail-Adresse und Handynummer wurden geändert: Auch dann gibt es einen Weg, unten beschrieben. Er hängt von einem bekannten Gerät und eventuell von einem Ausweis ab.
  • Eine Seite, die du verwaltest, wurde übernommen: Dafür gibt es ein eigenes Formular, weiter unten.
  • In deinem Namen wurde auf Marketplace etwas angeboten oder gekauft: Dafür gibt es einen eigenen Abschnitt, weil dabei das Geld anderer Menschen im Spiel ist.

Die Anzeichen, die Facebook nennt, lohnen sich auch dann, wenn du noch unsicher bist: ein geändertes Profilbild, Beiträge, Kommentare oder Nachrichten, die nicht von dir stammen, eine Anmeldemethode der zweistufigen Authentifizierung, die plötzlich nicht mehr funktioniert, ein Hinweis, dass sich jemand anderes anmelden will oder schon angemeldet ist, und E-Mails über eine geänderte E-Mail-Adresse, Handynummer oder ein geändertes Passwort, die du nicht veranlasst hast.

Warum das Gerät, mit dem du dich früher angemeldet hast, so wichtig ist

Die Wiederherstellung funktioniert am besten auf einem Gerät, das Facebook schon kennt. Ein altes Handy, der Rechner bei der Arbeit oder der Laptop eines Familienmitglieds, auf dem du dich einmal angemeldet hast, kann eine Tür öffnen, die ein neues Gerät nicht öffnet. Facebook schreibt das ausdrücklich auf seiner Seite für alle, die keinen Zugriff mehr auf E-Mail-Adresse oder Mobilnummer haben.

Auf diesem bekannten Gerät beschreibt Facebook folgende Schritte:

  1. Gib in deinen gewohnten Browser facebook.com/login/identify ein.
  2. Gib eine E-Mail-Adresse oder Mobilnummer ein, die im Konto stehen könnte, auch alte, an die du nicht gleich denkst. Bei der Handynummer gehört die vollständige Nummer mit Ländervorwahl dazu, in Deutschland also +49.
  3. Klappt das nicht, gib deinen Namen oder Benutzernamen ein. Kennst du deinen Benutzernamen nicht, kann ein Freund oder eine Freundin dein Profil aufrufen und dir den Benutzernamen aus der Adresse schicken.
  4. Wenn das Konto erscheint, wähl Du hast auf keine der Optionen mehr Zugriff? Stattdessen kann auch Passwort vergessen? oder Wiederherstellen stehen.
  5. Folg den Anweisungen, um zu bestätigen, dass das Konto dir gehört, und setz dann ein neues Passwort.

Hast du kein Gerät, auf dem du jemals angemeldet warst, versuch facebook.com/hacked trotzdem in einem beliebigen Browser. Laut Facebook steht dir diese Möglichkeit sogar dann offen, wenn du nicht sicher bist, ob dein Konto kompromittiert wurde.

Wenn E-Mail-Adresse und Handynummer geändert wurden

Die E-Mail-Adresse zu ändern ist einer der ersten Schritte der Täter, und Facebook hat dafür eine Gegenmaßnahme: Wird die E-Mail-Adresse eines Kontos geändert, schickt Facebook eine Nachricht mit einem speziellen Link an die bisherige Adresse. Über diesen Link kannst du die Änderung rückgängig machen und dein Konto schützen. Schau also in das Postfach, das du vorher benutzt hast, nicht in ein neues.

Ist der Link nicht mehr da und erreichst du weder die alte Adresse noch die alte Nummer, fragt die Wiederherstellung nach neuen Kontaktdaten. Facebook verlangt, dass diese Daten vorher noch nie für dein Facebook-Konto verwendet wurden. Eine frische Adresse, die nur du kontrollierst, ist also die richtige Wahl.

Eventuell sollst du deine Identität mit einem Dokument bestätigen. Laut der Liste der von Facebook akzeptierten Identitätsnachweise gilt:

  • Möglich sind unter anderem amtliche Lichtbildausweise wie Personalausweis, Reisepass oder Führerschein.
  • Facebook akzeptiert auch nicht amtliche Nachweise, zum Beispiel Studierendenausweis, Büchereiausweis, Beschäftigungsnachweis oder Diplom. Wenn du zwei Dokumente schickst, sollte mindestens eines dein Geburtsdatum oder ein Foto enthalten, und der Name sollte zu deinem Profil passen.
  • Bearbeite das Foto nicht. Facebook akzeptiert keine Fotos, die digital bearbeitet wurden, um Informationen zu verbergen.

Den Ausweis nur im Wiederherstellungsablauf schicken

Eine Nachricht, die nach deinem Ausweis, deinem Passwort oder einem Anmeldecode fragt, ist nach einem Hack ein häufiger Trick. Facebook schreibt auf der Seite zu gehackten Konten, dass du bei jeder E-Mail von Facebook stets überprüfen solltest, ob sie tatsächlich von Facebook stammt. Lade einen Ausweis nur im Ablauf hoch, den du selbst über facebook.com/hacked gestartet hast, nie über einen Link aus einer Nachricht.

Hände halten ein Blatt Papier mit unleserlichen handschriftlichen Notizen, daneben eine Lesebrille und eine Kaffeetasse auf einem Holztisch
Beispielszene, mit KI erstellt: Eine schriftliche Liste dessen, was geändert, gepostet und verkauft wurde, hilft beim Abarbeiten.

Noch angemeldet? Sichere das Konto jetzt ab

Kommst du noch in das Konto, entferne den fremden Zugang, bevor die Person das Passwort ändert. Das BSI beschreibt auf seiner Seite zum gehackten Social-Media-Account die Reihenfolge für diesen Fall: Zugangsdaten ändern, alle laufenden Sitzungen beenden, das Passwort auch bei anderen Konten ändern, die dasselbe benutzt haben, und kontrollieren, ob Einstellungen verändert wurden.

  1. Ruf facebook.com/hacked auf und folg den Anweisungen.
  2. Ändere das Passwort auf eines, das du bei keiner anderen Seite benutzt.
  3. Melde unbekannte Geräte ab. Facebook zeigt in deinen Einstellungen im Bereich Hier bist du aktuell angemeldet, auf welchen Geräten und an welchen Orten jemand eingeloggt ist. Wähl das Gerät aus, das du nicht kennst, und melde es ab.
  4. Schalte die zweistufige Authentifizierung ein. Der Weg laut Facebook-Hilfe zur zweistufigen Authentifizierung: Profilbild, Einstellungen und Privatsphäre, Einstellungen, Kontenübersicht, Passwort und Sicherheit, Zweistufige Authentifizierung. Zur Wahl stehen ein Sicherheitsstick, Codes aus einer Authentifizierungs-App oder SMS-Codes. Für den Fall, dass du dein Handy nicht nutzen kannst, gibt es 10 Wiederherstellungscodes. Welche Methode stärker ist, steht in Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  5. Prüf deine Kontaktdaten und entferne jede E-Mail-Adresse und Handynummer, die du nicht selbst eingetragen hast.
  6. Geh dein Aktivitätenprotokoll durch und such nach Beiträgen, Kommentaren, Freundschaftsanfragen und Nachrichten aus den Stunden, in denen die Person im Konto war.

Sicher danach das E-Mail-Konto, das mit Facebook verbunden ist. Das BSI erklärt auf seiner Seite zum gehackten E-Mail-Konto, dass Unbefugte über ein übernommenes Postfach die Passwörter weiterer Konten zurücksetzen können, und dass ein gefundenes Schadprogramm zuerst entfernt werden muss, weil die Täter sonst den Zugang behalten. Bei diesem Verdacht helfen die Prüfungen in Handy gehackt, und ein Passwort-Manager macht es leichter, jedem Konto ein eigenes Passwort zu geben.

Marketplace-Anzeigen und Gruppenbeiträge in deinem Namen

Mit einem übernommenen Facebook-Konto bekommt die Person auch dein Marketplace-Profil und deinen Platz in örtlichen Kauf- und Verkaufsgruppen, wo die Nachbarn deinen Namen schon kennen. Genau das macht das Konto für Betrug wertvoll. Nachzusehen, was angeboten, verkauft, gekauft und gepostet wurde, gehört deshalb zur Wiederherstellung.

So kann das aussehen. Die Szene ist erfunden, die Masche gibt es wirklich. Frank, 74, bekommt sein Konto an einem Sonntag zurück und findet zwei Dinge, die er nie geschrieben hat: eine Marketplace-Anzeige für einen Aufsitzmäher zum halben Preis und einen Beitrag in der Verkaufsgruppe seines Ortes mit demselben Mäher und dem Satz „Wer zuerst die Anzahlung schickt, bekommt ihn“. Drei Leute haben geschrieben, eine Frau sagt, sie habe schon 150 Euro überwiesen.

Was du prüfst:

  • Deine Angebote. Lösch in Marketplace jede Anzeige, die du nicht erstellt hast. Notiere vorher, was angeboten wurde und wer darauf geantwortet hat.
  • Käufe, die du nicht gemacht hast. Sieh dir in Marketplace deine Käufe an und wende dich bei fremden Bestellungen über den Hilfebereich an Facebook.
  • Abbuchungen auf deiner Karte. Ist eine Zahlungskarte im Konto hinterlegt, prüf deine Umsätze und ruf bei fremden Abbuchungen deine Bank an. Eine Karte sperren lassen kannst du auch über den Sperr-Notruf 116 116, rund um die Uhr erreichbar.
  • Beiträge und Kommentare in Gruppen. Such im Aktivitätenprotokoll nach dem Zeitraum und lösch, was die Person geschrieben hat.

Wer eine Anzahlung an dein Konto geschickt hat, hat das Geld an die Täterseite verloren, nicht an dich, und muss auf seiner Seite schnell handeln: die eigene Bank sofort anrufen und den Fall als Betrug melden. Wie das bei einer Überweisung abläuft und was realistisch ist, steht in Echtzeitüberweisung und Betrug, was tun.

Sag deinen Freunden und allen, die geschrieben haben, Bescheid

Poste eine kurze Mitteilung und antworte allen, die das Konto angeschrieben haben, während es nicht in deiner Hand war, denn die Person hat in deinem Namen mit ihnen gesprochen. Das BSI rät, die Kontakte per Nachricht oder am besten persönlich zu informieren, damit sie wissen, dass die Inhalte nicht von dir stammen.

Bei Facebook brauchen drei Gruppen diese Nachricht: Freunde, die Nachrichten bekommen haben könnten, Mitglieder von Gruppen, in denen gepostet wurde, und alle, die auf eine Marketplace-Anzeige geantwortet haben. Ein Satz wie „Mein Konto wurde am Samstag gehackt. Ich verkaufe nichts und habe niemanden um Geld oder einen Code gebeten“ deckt alle drei ab.

Zwei Bitten verdienen eine ausdrückliche Warnung. Die erste ist Geld für einen Notfall, eine typische Geschichte, wenn jemand einen vertrauten Namen benutzt. Die zweite ist ein Code: Wer dich nach einem Bestätigungscode fragt, der gerade per SMS gekommen ist, will damit ein Konto übernehmen, oft dein eigenes. Du selbst würdest deine Freunde nie um so einen Code bitten. Mehr über diese Gesprächsführung steht in was ist Social Engineering.

Wenn eine Facebook-Seite, die du verwaltest, gehackt wurde

Für eine Seite gibt es ein eigenes Wiederherstellungsformular, getrennt vom persönlichen Konto. Auf der Hilfeseite zur Wiederherstellung einer gehackten Seite schreibt Facebook, dass das Formular der beste Weg ist und dass die Antwort normalerweise innerhalb eines Tages kommt, manche Überprüfungen aber länger dauern.

Das Formular erscheint erst, wenn du mit deinem persönlichen Konto angemeldet bist. Kannst du dich gar nicht anmelden, hol zuerst das persönliche Konto über facebook.com/hacked zurück, auf einem Gerät, mit dem du dich schon einmal angemeldet hast. Kannst du im Formular keine Seite auswählen, sieht Facebook nach eigener Aussage keinen Hinweis darauf, dass du kürzlich den Zugriff verloren hast.

Facebook nennt zwei typische Wege, wie Seiten verloren gehen: Jemand stiehlt das Passwort eines Admins, fügt sich selbst als Admin hinzu und entfernt den Zugriff der anderen, oder jemand bringt einen Admin unter einem Vorwand dazu, die Kontrolle abzugeben. Hast du die Seite zurück, geh die Seite und die Rollen im Unternehmensbereich durch und mach jede Änderung rückgängig, die du nicht kennst.

Anzeige erstatten und Angebote zur Wiederherstellung ignorieren

Erstatte Anzeige, wenn in deinem Namen Geld verlangt wurde oder geflossen ist. Das BSI nennt dafür die Onlinewache der Polizei deines Bundeslands. Die Onlinewachen der Polizeien nehmen unter anderem Betrug entgegen und sind nicht für Notfälle gedacht. In dringenden Fällen wählst du die 110. Du kannst die Anzeige auch bei der Polizeidienststelle in deiner Nähe erstatten. Nimm Bildschirmfotos der Beiträge und Nachrichten, die E-Mails von Facebook und eine Liste der Personen mit, die angeschrieben wurden.

Sei vorsichtig bei allen, die anbieten, dein Konto gegen Geld zurückzuholen, in Kommentaren, Nachrichten oder Anzeigen. So ein Angebot kann der zweite Betrugsversuch bei derselben Person sein, und bezahltes Geld ist dann meistens ebenfalls weg. Auch eine Support-Telefonnummer, die ganz oben in den Suchergebnissen steht, beweist nichts. Der offizielle Weg bleibt derselbe: facebook.com/hacked, und für Fragen der Chat mit dem KI-Support-Assistenten von Meta im Hilfebereich.

Eine Anzeige bringt das Geld nicht von allein zurück. Banken und Ermittler nutzen sie als Nachweis dessen, was passiert ist, und wer eine Anzahlung geschickt hat, hat die besten Chancen, wenn die eigene Bank noch am selben Tag Bescheid weiß.

Häufige Fragen zum gehackten Facebook-Konto

E-Mail-Adresse und Handynummer wurden geändert. Bekomme ich mein Konto trotzdem zurück?

Oft ja. Such im alten Postfach nach der Nachricht von Facebook mit dem Link, der die Änderung rückgängig macht. Geht das nicht, ruf auf einem Gerät, mit dem du dich schon angemeldet hast, facebook.com/login/identify auf, wähl Du hast auf keine der Optionen mehr Zugriff?, gib neue Kontaktdaten an, die nie im Konto standen, und rechne damit, deine Identität mit einem Ausweis bestätigen zu müssen.

Gibt es eine Telefonnummer, unter der ich Facebook wegen eines gehackten Kontos erreiche?

Der Hilfebereich schickt gehackte Konten zu facebook.com/hacked und bietet einen Chat mit dem KI-Support-Assistenten von Meta an. Sei vorsichtig mit Support-Nummern aus Suchergebnissen oder Kommentaren, denn so ein Kontakt kann der nächste Betrugsversuch sein.

Was machen Täter mit meinem Facebook-Konto?

Laut BSI verbreiten sie zum Beispiel rufschädigende Beiträge oder Falschmeldungen oder bitten Familie und Freunde in einer vorgetäuschten Notlage um Geld. Bei Facebook kommen Nachrichten an Freunde mit der Bitte um Geld oder einen Code dazu, Beiträge in Gruppen und gefälschte Marketplace-Anzeigen, die Anzahlungen einsammeln.

Welchen Ausweis akzeptiert Facebook?

Unter anderem amtliche Lichtbildausweise wie Personalausweis, Reisepass oder Führerschein. Möglich sind auch nicht amtliche Nachweise wie Studierendenausweis, Büchereiausweis oder Beschäftigungsnachweis, wobei mindestens eines der Dokumente Geburtsdatum oder Foto zeigen sollte. Bearbeite das Foto nicht digital, sonst lehnt Facebook es ab.

Mit meinem Konto wurde auf Marketplace etwas verkauft. Was tun?

Lösch die Anzeigen, die du nicht erstellt hast, und notiere vorher, wer darauf geantwortet hat. Schreib diesen Menschen über einen anderen Weg, dass die Anzeige nicht von dir war. Wer schon gezahlt hat, ruft sofort die eigene Bank an und erstattet Anzeige. Prüf außerdem deine eigenen Kartenumsätze.

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