Lebensversicherung: Risiko oder Kapital, und wie viel du wirklich brauchst

Eine Lebensversicherung zahlt Geld an die Menschen, die du benennst, wenn du stirbst. Sie ist kein Sparbuch mit Trick und kein Ersatz für Rücklagen. Die nützliche Frage ist eine andere: Welche laufenden Verpflichtungen bleiben, wenn dein Einkommen oder deine unbezahlte Arbeit im Haushalt wegfällt, wer müsste sie tragen, und was zahlt der Staat davon schon. Hier stehen die Antworten, die für Deutschland gelten.

Ein Paar sitzt abends zusammen auf dem Sofa und liest etwas auf einem Tablet, eine Hand liegt auf der anderen

Über Lebensversicherungen wird in Deutschland seit Jahrzehnten verkauft, und das hört man den Prospekten an. Zwei Produkte mit ähnlichem Namen machen völlig verschiedene Dinge, und die Entscheidung zwischen ihnen entscheidet über sehr viel Geld.

Dieser Text erklärt beide, dazu die Gesundheitsfragen, das Bezugsrecht und die Frage, was passiert, wenn du irgendwann nicht mehr zahlen kannst. Er nennt kein Unternehmen, keine Tarife und keine Preise, weil Beiträge von Alter, Gesundheit und Laufzeit abhängen. Und er fängt mit der Rechnung an, die die meisten auslassen: was ohnehin schon da ist.

Was eine Lebensversicherung macht

Du zahlst einen Beitrag, und wenn die versicherte Person während der Vertragslaufzeit stirbt, zahlt die Versicherung eine vereinbarte Summe an die Menschen, die im Vertrag benannt sind. Die BaFin beschreibt die Risikolebensversicherung genau so und fügt den Satz hinzu, auf den es ankommt: Die Auszahlung erfolgt nur, wenn der Todesfall während der Vertragslaufzeit eintritt. Lebst du länger als der Vertrag, gibt es kein Geld zurück. Das ist kein Fehler im Produkt, sondern das Produkt.

Wer das Geld bekommt, bestimmst du selbst. Die BaFin schreibt, dass du als bezugsberechtigte Person nicht nur Angehörige, sondern jede beliebige Person einsetzen kannst. Prüf diese Angabe nach einer Trennung, einer Heirat oder der Geburt eines Kindes, denn sie ändert sich nicht von allein.

Der Beitrag hängt laut BaFin von Versicherungssumme, Laufzeit, Alter, Gesundheitszustand und persönlichen Risiken wie Rauchen oder gefährlichen Hobbys ab. Zwei Personen mit derselben Summe können also sehr unterschiedliche Beiträge zahlen, und das ist normal.

Was die Rentenversicherung für Hinterbliebene ohnehin zahlt

Diese Rechnung fehlt in fast jedem Verkaufsgespräch, und ohne sie kann man die Versicherungssumme nicht sinnvoll wählen. Wer in Deutschland in der gesetzlichen Rentenversicherung war, hinterlässt Ansprüche. Die Deutsche Rentenversicherung erklärt sie auf ihrer Seite zu den Renten für Hinterbliebene.

  • Die Grundvoraussetzung ist die Wartezeit: Die verstorbene Person muss die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllt haben. Bei einer Heirat ab 2002 muss die Ehe außerdem mindestens ein Jahr bestanden haben, mit Ausnahmen etwa bei einem Unfalltod.
  • Das Sterbevierteljahr: In den drei Monaten nach dem Sterbemonat wird die Witwen- oder Witwerrente in voller Höhe gezahlt, ohne dass Einkommen angerechnet wird.
  • Kleine und große Witwenrente: Die kleine beträgt 25 Prozent der Rente der verstorbenen Person und wird höchstens zwei Jahre gezahlt. Die große beträgt 55 Prozent und wird unter bestimmten Bedingungen unbefristet gezahlt; die Altersgrenze dafür steigt gestaffelt an und lag im Jahr 2025 bei 46 Jahren und 4 Monaten.
  • Waisenrente: in der Regel bis zum 18. Geburtstag, bei Schule, Ausbildung, Studium oder Freiwilligendienst längstens bis zum 27. Geburtstag. Halbwaisenrente, solange ein Elternteil lebt, sonst Vollwaisenrente.
  • Einkommen wird angerechnet, und zwar oberhalb eines Freibetrags zu 40 Prozent.
  • Nichts davon kommt automatisch. Alle Hinterbliebenenrenten müssen beantragt werden.

Lies das nicht als „dann brauche ich keine Versicherung“. Lies es als den Betrag, den du von deiner Rechnung abziehen kannst. Eine große Witwenrente von 55 Prozent einer Rente, die noch nicht verdient wurde, ist bei jungen Familien wenig Geld, und genau da ist die Lücke am größten.

Risikolebensversicherung oder Kapitallebensversicherung

Die beiden Produkte heißen ähnlich und tun Verschiedenes.

Risikolebensversicherung

Reiner Schutz für den Todesfall, ohne Sparanteil. Die BaFin schreibt, dass die Kosten deutlich niedriger sind als bei der Kapitallebensversicherung, weil keine Beiträge in den Vermögensaufbau fließen. Man wählt Summe und Laufzeit, zahlt den Beitrag, und am Ende ist der Vertrag vorbei. Als Absicherung eines Immobiliendarlehens nennt die BaFin sie ausdrücklich.

Kapitallebensversicherung

Sie zahlt bei Tod oder am Ende der Laufzeit und soll gleichzeitig Altersvorsorge sein. Die BaFin zerlegt den Beitrag auf ihrer Seite zur Kapitallebensversicherung in drei Teile: den Sparanteil, der verzinst angesammelt wird, den Risikoanteil für den Todesfall und den Kostenanteil für laufende Verwaltungskosten und einmalige Abschlusskosten.

Bei den Überschüssen unterscheidet die BaFin laufende Überschussanteile und den Schlussüberschussanteil, der bis zur Vertragsbeendigung nicht garantiert ist. Sie weist außerdem darauf hin, dass Teile einer genannten Gesamtverzinsung unter Vorbehalt stehen können.

Und dann steht dort ein Satz, den man von einer Aufsichtsbehörde selten so klar liest: Alternativ kannst du Risikoschutz und Altersvorsorge trennen, etwa durch eine Risikolebensversicherung und ein separates Anlageprodukt. Die BaFin arbeitet außerdem daran, dass kapitalbildende Lebensversicherungen einen angemessenen Kundennutzen haben, weil manche Produkte das nicht tun, vor allem wenn sie unangemessen teuer sind.

Die Frage hinter der Frage

Brauchst du Schutz für deine Familie oder willst du Geld anlegen? Wenn beides, dann sind das zwei Entscheidungen, die man nacheinander trifft und nicht in einem Vertrag. Der Grund ist banal: Zwei getrennte Verträge kannst du einzeln beenden, wechseln oder anpassen. Einen gemischten nicht.

Wie hoch die Summe sein sollte

Es gibt keine allgemeingültige Formel, und wer dir eine nennt, verkauft etwas. Was es gibt, ist eine Rechnung, die du an einem Abend machen kannst.

  1. Schreib die Schulden auf, die bleiben. Immobiliendarlehen, Kredite, offene Verpflichtungen aus einem Betrieb.
  2. Schreib auf, was laufend gebraucht wird. Miete oder Rate, Nebenkosten, Essen, Kinderbetreuung. Und zwar für wie viele Jahre: bis das jüngste Kind aus der Ausbildung ist, oder bis das Darlehen abbezahlt wäre.
  3. Zieh ab, was ohnehin kommt. Hinterbliebenenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, eine Hinterbliebenenversorgung aus einer betrieblichen Altersversorgung, Erspartes, das dann verfügbar ist.
  4. Rechne unbezahlte Arbeit mit. Wer zuhause die Kinder betreut, hinterlässt keine Gehaltslücke, aber eine Betreuungslücke, die Geld kostet. Deshalb wird bei Paaren oft für beide Personen versichert und nicht nur für die, die mehr verdient.
  5. Der Rest ist deine Lücke. Und die wird mit der Zeit kleiner, weil der Kredit schrumpft und die Kinder älter werden. Manche Tarife bilden das mit einer fallenden Summe ab, andere nicht.

Prüf die Rechnung neu, wenn sich etwas Großes ändert: Kind, Hauskauf, Trennung, Selbstständigkeit, neuer Job.

Die Gesundheitsfragen sind der Teil, an dem es später hängt

Vor dem Abschluss stellt die Versicherung Fragen zu deiner Gesundheit, zu Vorerkrankungen, Behandlungen und manchmal zu Beruf und Hobbys. Die BaFin ist bei der Folge sehr deutlich: Verschweigst du Vorerkrankungen oder Risiken, kann die Versicherung im Todesfall die Leistung verweigern. Das trifft dann nicht dich, sondern die Menschen, für die du den Vertrag abgeschlossen hast.

Deshalb drei praktische Punkte:

  • Antworte vollständig, auch bei Kleinigkeiten, die dir belanglos vorkommen. Wenn du dir bei einem Datum oder einer Diagnose unsicher bist, frag in der Praxis nach, statt zu schätzen.
  • Lass dir eine Kopie des ausgefüllten Antrags geben und heb sie auf, zusammen mit dem Versicherungsschein. Wenn Jahre später jemand wissen will, was du angegeben hast, steht es dort.
  • Eine Vorerkrankung ist kein automatisches Nein. Möglich sind ein Zuschlag, ein Ausschluss für ein bestimmtes Risiko oder eine spätere Prüfung. Das entscheidet jedes Unternehmen selbst.

Wer den Antrag ausfüllt und dabei von einer Vermittlerin beraten wird, sollte nichts unterschreiben, was jemand anderes ausgefüllt hat, ohne es gelesen zu haben. Das klingt selbstverständlich und ist trotzdem der häufigste Ursprung späterer Streitigkeiten.

Wenn du den Beitrag nicht mehr zahlen kannst

Bei der Risikolebensversicherung ist die Lage einfach: Zahlst du nicht mehr, endet der Schutz. Es gibt kein angespartes Geld, das zurückkäme, weil nie etwas angespart wurde.

Bei der Kapitallebensversicherung ist es komplizierter, und hier wird es teuer. Die BaFin schreibt, dass du bei einer Kündigung den Rückkaufswert bekommst, und fügt den Hinweis hinzu, der wehtut: In den ersten Jahren ist der Rückkaufswert oft gering und erreicht später möglicherweise nicht die eingezahlten Beiträge. Der Grund steht weiter oben im selben Text: Die einmaligen Abschlusskosten stecken im Kostenanteil.

Als Alternative nennt die BaFin, die Prämien zu senken oder den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Dann zahlst du nichts mehr, der Vertrag bleibt aber mit reduzierten Leistungen bestehen. Bevor du kündigst, lass dir beides schriftlich vorrechnen: den Rückkaufswert heute und die Leistung, die bei Beitragsfreistellung übrig bliebe. Erst dann ist die Entscheidung eine Entscheidung.

Über den Arbeitgeber: nicht dasselbe wie in den USA

In amerikanischen Ratgebern steht viel über die Lebensversicherung, die man über die Arbeit bekommt, und über das, was beim Jobwechsel damit passiert. In Deutschland gibt es die Gruppenlebensversicherung über den Arbeitgeber zwar auch, verbreitet ist aber etwas anderes: die betriebliche Altersversorgung.

Die BaFin definiert sie als alle Leistungen zur Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung, die der Arbeitgeber im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis zusagt. Eine Hinterbliebenenversorgung kann also Teil davon sein, zum Beispiel über eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds.

Beim Jobwechsel zählt, woher das Geld kam. Die BaFin schreibt, dass Ansprüche aus einer Entgeltumwandlung, also aus deinem eigenen Gehalt, nach einem Wechsel auf jeden Fall bestehen bleiben, und dass das auch für gesetzlich vorgeschriebene Arbeitgeberzuschüsse gilt. Bei rein arbeitgeberfinanzierten Zusagen hängt es vom Zeitpunkt der Zusage, der Dauer und deinem Alter beim Ende des Arbeitsverhältnisses ab.

Praktisch heißt das: Frag beim Jobwechsel nach, was du hast, ob eine Hinterbliebenenleistung enthalten ist und was mit dem Vertrag passiert. Und rechne einen Schutz, der am Arbeitsverhältnis hängt, nicht als dauerhaft in deine Lücke ein.

Was eine Lebensversicherung nicht abdeckt

Sie zahlt beim Tod. Sie zahlt nicht, wenn du krank wirst und nicht mehr arbeiten kannst, und statistisch ist das der Fall, der im Berufsleben häufiger eintritt. Dafür gibt es die Berufsunfähigkeitsversicherung, die eine monatliche Rente zahlt, wenn das Einkommen aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft ausfällt. Die BaFin führt sie als eigene Form der Lebensversicherung.

Wie wenig verbreitet beides ist, zeigt eine Auswertung, die der GDV auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2018 veröffentlicht hat: 17,2 Prozent der Haushalte hatten eine Risikolebensversicherung, 25,6 Prozent eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. Die Zahlen sind älter, aber sie ordnen das Thema ein.

Und noch etwas: Eine Lebensversicherung ist kein Notgroschen. Sie zahlt erst, wenn jemand gestorben ist, und bis dahin liegt sie fest. Für die kaputte Waschmaschine und die Autoreparatur braucht es Geld auf dem Konto, nicht einen Vertrag.

Was du vor dem Abschluss klärst

  1. Welche Summe, welche Laufzeit? Vergleich Angebote nur mit denselben beiden Zahlen, sonst vergleichst du nichts.
  2. Wer ist bezugsberechtigt, widerruflich oder unwiderruflich, und wie änderst du das später?
  3. Was steht zu den Gesundheitsfragen im Antrag, und bekommst du eine Kopie?
  4. Gibt es Ausschlüsse oder Wartezeiten, etwa für bestimmte Ursachen oder für die ersten Vertragsjahre? Lass dir die Stellen im Bedingungswerk zeigen.
  5. Wie entwickelt sich der Beitrag? Bleibt er gleich, oder kann er steigen?
  6. Bei einer Kapitalpolice: Wie hoch sind die Abschluss- und Verwaltungskosten, und wie sieht der Rückkaufswert in den ersten Jahren aus? Lass dir beides in Euro zeigen, nicht in Prozent.
  7. Was ist garantiert und was nicht? Die BaFin weist darauf hin, dass Schlussüberschüsse bis zum Ende nicht garantiert sind.

Und wie immer bei Versicherungen: Wenn du nach einem Gespräch nicht in zwei Sätzen sagen kannst, was du gerade gekauft hast, unterschreib noch nicht.

Wenn die Versicherung nicht zahlt

Drei Stufen, in dieser Reihenfolge. Eine Versicherungsbehörde pro Bundesland gibt es in Deutschland nicht; die Aufsicht ist bundesweit bei der BaFin.

  1. Erst der Versicherer selbst. Schriftlich, mit Vertragsnummer, mit der Bitte um Begründung und um die Unterlagen, auf denen die Entscheidung beruht. Setz eine Frist.
  2. Dann der Versicherungsombudsmann. Das Schlichtungsverfahren ist kostenlos und geht ohne Anwalt. Bis zu einem Beschwerdewert von 10.000 Euro kann die Entscheidung den Versicherer zur Leistung verpflichten, darüber gibt es eine Empfehlung. Zuständig ist die Stelle bis zu einem Wert von 100.000 Euro, und der Versicherer muss Mitglied sein. Für die private Kranken- und Pflegeversicherung gibt es einen eigenen Ombudsmann. Die Verjährung ist während des Verfahrens gehemmt, und die meisten Verfahren dauern weniger als drei Monate.
  3. Und die BaFin. Die Beschwerde läuft über ein Onlineformular, ist kostenlos, und es gibt ein Verbrauchertelefon unter 0800 2 100 500. Die BaFin stellt selbst klar, dass sie im Einzelfall nicht zu deinem Recht verhelfen und keinen Schadensersatz durchsetzen kann. Das können nur Gerichte. Die Beschwerde bleibt trotzdem sinnvoll, weil die Aufsicht damit sieht, was in einem Unternehmen systematisch passiert.

Ein Hinweis für Hinterbliebene: Wenn ihr nicht wisst, ob es überhaupt einen Vertrag gab, sucht nach Kontoabbuchungen an Versicherer, nach Unterlagen im Ordner und nach der Post zum Jahreswechsel. Und denkt an den Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung, denn die Hinterbliebenenrente kommt nicht von allein.

Quellen, die wir geöffnet haben

Die Angaben in diesem Artikel wurden am 22. September 2026 auf diesen Seiten geprüft:

Dieser Artikel ist eine Lokalisierung für Deutschland und keine Übersetzung. Wo das amerikanische Produkt kein Gegenstück hat, steht das im Text: Die Gruppenlebensversicherung über den Arbeitgeber spielt hier eine kleinere Rolle als die betriebliche Altersversorgung, und die gesetzliche Hinterbliebenenrente gehört in jede Rechnung, bevor über eine Versicherungssumme gesprochen wird. Fragen zu Steuern beantwortet dieser Text nicht; dafür ist eine steuerliche Beratung zuständig. Dieser Artikel ist keine Rechts-, Steuer- und keine Versicherungsberatung.

Häufige Fragen zur Lebensversicherung

Brauche ich eine Lebensversicherung, wenn niemand von mir abhängt?

Meistens nicht. Eine Risikolebensversicherung ist dafür da, eine finanzielle Lücke bei anderen zu schließen. Gibt es niemanden, der auf dein Einkommen oder deine Arbeit im Haushalt angewiesen ist, und keine Schulden, für die jemand anderes mithaftet, dann fehlt der Zweck. Anders sieht es aus, wenn du ein Darlehen mit jemandem gemeinsam aufgenommen hast oder ein Unternehmen mit Verpflichtungen hinterlässt.

Ist eine Risikolebensversicherung besser als eine Kapitallebensversicherung?

Sie machen Verschiedenes. Die Risikopolice ist reiner Schutz und deshalb laut BaFin deutlich günstiger, weil keine Beiträge in den Vermögensaufbau fließen. Die Kapitalpolice verbindet Schutz und Sparen, und die BaFin nennt selbst die Alternative, beides zu trennen, also Risikoschutz plus ein separates Anlageprodukt. Sie weist außerdem darauf hin, dass manche kapitalbildenden Produkte keinen angemessenen Kundennutzen bieten, vor allem wenn sie zu teuer sind.

Kann ich die bezugsberechtigte Person später ändern?

In der Regel ja, wenn das Bezugsrecht widerruflich vereinbart ist. Bei einem unwiderruflichen Bezugsrecht geht es nicht ohne Zustimmung der begünstigten Person. Schau im Versicherungsschein nach, welche Variante du hast, und denk nach einer Trennung, einer Heirat oder der Geburt eines Kindes daran: Die Angabe ändert sich nicht von selbst.

Was passiert, wenn ich die Beiträge nicht mehr zahle?

Bei einer Risikolebensversicherung endet der Schutz. Bei einer Kapitallebensversicherung bekommst du bei Kündigung den Rückkaufswert, und die BaFin warnt, dass der in den ersten Jahren oft gering ist und später möglicherweise nicht die eingezahlten Beiträge erreicht. Die BaFin nennt als Alternativen, die Prämien zu senken oder den Vertrag beitragsfrei zu stellen, also mit reduzierten Leistungen weiterlaufen zu lassen. Lass dir beide Zahlen schriftlich geben, bevor du entscheidest.

Bekommen meine Angehörigen auch ohne Lebensversicherung Geld?

Wenn du in der gesetzlichen Rentenversicherung warst, gibt es Renten für Hinterbliebene. Die Deutsche Rentenversicherung nennt als Voraussetzung eine Wartezeit von fünf Jahren, bei Heirat ab 2002 zusätzlich eine Ehedauer von mindestens einem Jahr. Die kleine Witwenrente beträgt 25 Prozent und läuft höchstens zwei Jahre, die große 55 Prozent. Waisenrente gibt es in der Regel bis 18, bei Ausbildung oder Studium bis längstens 27. Beantragt werden muss das alles.

Lies weiter

Alle Artikel ansehen

Teile diesen Artikel