Fake-Shop erkennen: der Fakeshop-Finder, die sichere Zahlungsart und deine Rechte nach der Bestellung
Am schnellsten erkennst du einen Fake-Shop mit dem kostenlosen Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen: Adresse des Shops eingeben und die Ampel ablesen. Bei Gelb oder Rot zahlst du nicht per Vorkasse und prüfst den Shop selbst.

Wie prüfe ich einen Shop mit dem Fakeshop-Finder?
Einen Shop prüfst du mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen, kostenlos und ohne Anmeldung im Browser. Du gibst die Adresse des Shops ein, das Werkzeug untersucht die Seite auf typische Merkmale von Fakeshops, und nach kurzer Zeit zeigt es eine Ampel.
- Grün heißt, der Shop steht auf einer geprüften Liste von Shops, die bisher nicht negativ aufgefallen sind. Die Verbraucherzentrale rät trotzdem, eine sichere Zahlungsart zu wählen und vor der Bestellung die Rücksendebedingungen zu lesen.
- Gelb heißt, der Shop steht weder auf einer Warnliste noch auf der Liste der unauffälligen Shops, und mindestens ein Merkmal ist so, wie es bei Fakeshops oft vorkommt. Das bedeutet nicht, dass es ein Fakeshop sein muss. Prüf die Details selbst, zum Beispiel das Impressum, und geh nicht in Vorkasse.
- Rot heißt, der Shop zeigt kritische Merkmale oder wurde schon von anderen als Fakeshop gemeldet. Such die Ware dann besser woanders.
Die Verbraucherzentralen führen außerdem eine Warnliste mit den Fakeshops, die der Finder jeden Monat neu entdeckt. Speicher dir den Finder als Lesezeichen, dann ist die Prüfung beim nächsten Kauf ein Klick.
Was die Ampel nicht kann
Ein Fake-Shop, der erst seit gestern online ist, steht noch auf keiner Liste. Grün schützt dich auch nicht vor einem echten Händler, der schlechte Ware schickt. Die Ampel ist ein guter erster Schritt. Die Zahlungsart ist der Teil, der auch dann noch wirkt, wenn du dich geirrt hast.
Ein kurzes Video der Verbraucherzentralen fasst die wichtigsten Zeichen zusammen.
Was ist ein Fake-Shop und wie arbeitet er?
Betrug beim Onlineshopping ist die Straftat im Internet, die Menschen in Deutschland am häufigsten erleben. Das zeigt der Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und Polizeilicher Kriminalprävention, veröffentlicht im Mai 2026: Elf Prozent der Befragten waren in den zwölf Monaten davor von einer Straftat im Internet betroffen, und ein Drittel der Betroffenen hatte einen finanziellen Verlust.
Ein Fake-Shop ist eine Seite, die nur gebaut wurde, um dich zu einem Kauf zu bringen. Die Verbraucherzentralen beschreiben, was danach kommt: keine Lieferung, minderwertige Ware oder dreiste Fälschungen, und dazu oft gestohlene Daten für den nächsten Betrug. Viele dieser Shops verschwinden schnell und tauchen unter neuem Namen wieder auf.
Gebaut sind sie billig. Produktfotos werden von echten Händlern kopiert, das Design kommt aus einer Vorlage, die Adresse kostet wenig. Was den Shop zum Laufen bringt, sind die Besucher: eine bezahlte Anzeige in sozialen Netzwerken, ein gesponsertes Suchergebnis oder ein Link in einer Nachricht. Das Angebot ist eine bekannte Ware zu einem Preis, an den kein anderer Shop herankommt.
Wie du das Impressum eines Shops im Handelsregister nachschlägst, steht in Firma überprüfen. Gefälschte Seiten, die keine Shops sind, etwa nachgebaute Bank- oder Login-Seiten, behandelt Fake-Website erkennen.
Woran erkenne ich einen Fake-Shop selbst?
Der Fakeshop-Finder nennt vier Hinweise, und der Ratgeber Wie erkenne ich Fakeshops ergänzt weitere. Einzeln lässt sich jeder erklären. Wenn drei zusammenkommen, hast du deine Antwort.
- Eine auffällige Adresse, mit Tippfehlern oder falsch geschriebenen Markennamen.
- Am Ende nur noch Vorkasse. Shops sollten mehr als eine Zahlungsart anbieten, und Vorkasse birgt für dich die meisten Risiken.
- Ein zu günstiger Preis. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass solche Super-Angebote in der Regel zu gut sind, um wahr zu sein.
- Kein oder ein seltsames Impressum. Ein fehlendes Impressum ist laut Verbraucherzentrale immer ein Ausschlussgrund. Ein vorhandenes muss Adresse, eine vertretungsberechtigte Person und eine E-Mail-Adresse enthalten.
- Gütesiegel, die nirgendwohin führen. Fakeshops schmücken sich mit erfundenen Siegeln oder mit echten, die sie nicht besitzen. Ein Klick auf das Siegel zeigt, ob es mit einem Zertifikat des Anbieters verbunden ist.
- Nur Lob auf der eigenen Seite. Viele Lobeshymnen im Shop, während Bewertungen anderswo vor Betrug warnen.
- AGB in schlechtem Deutsch aus einem Übersetzungsprogramm, oder gar keine.
Eine Anzeige in einem sozialen Netzwerk ist für sich kein Warnzeichen, denn auch echte Shops werben. Sie ist aber auch kein Beleg für irgendetwas. Wenn dich ein Angebot aus einer Anzeige interessiert, schließ sie, such den Shop selbst und mach die Prüfung von oben. Für den Ernstfall haben das BSI und die Verbraucherzentralen eine SOS-Karte zum Online-Shopping erarbeitet. Sie beantwortet kurz, was du tust, wenn die Ware nicht ankommt, wenn jemand über dein Konto bestellt hat und wie du dein Kundenkonto schützt.
Welche Zahlungsart schützt mich beim Online-Shopping?
Die Zahlungsart entscheidet, was du tun kannst, wenn ein Kauf schiefgeht. Die Verbraucherzentrale Hamburg ordnet sie so ein:
- Kauf auf Rechnung direkt beim Händler gilt als die sicherste Methode. Du zahlst erst, wenn die Ware da ist, und gibst keine Bank- oder Kartendaten heraus. Vorsicht bei einem „Kauf auf Rechnung“ über einen Bezahldienst: Laut Verbraucherzentrale Hamburg funktioniert er in der Praxis eher wie Vorkasse. Kommt die Ware nicht, fordert der Dienst das Geld trotzdem ein.
- SEPA-Lastschrift ist die empfohlene Alternative. Wird nicht geliefert, holst du den Betrag innerhalb von acht Wochen über deine Bank zurück.
- Kreditkarte schützt dich gut bei Missbrauch. Nach § 675v BGB kann die Bank bei einer nicht autorisierten Zahlung mit einer gestohlenen oder missbrauchten Karte von dir höchstens 50 Euro verlangen, außer bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Bei Streit über eine Lieferung oder einen Widerruf hilft dir das Kreditkarteninstitut laut Verbraucherzentrale Hamburg aber nicht weiter. Frag deine Bank trotzdem, ob sie bei nicht gelieferter Ware eine Reklamation anbietet.
- Vorkasse per Überweisung ist das höchste Risiko. Ist das Geld bei Betrügern, ist es in den meisten Fällen verloren. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät, Vorkasse höchstens für kleine Beträge zu nutzen, deren Verlust du verschmerzen kannst.
Wenn die Zahlungsart beim Bestellen plötzlich wechselt, ist das ein Zeichen für sich. Erst stehen mehrere Wege da, am Ende bleibt nur die Überweisung, eine Gutscheinkarte oder Kryptowährung. Hör an dieser Stelle auf. Und wenn du doch überweist, sieh dir an, was deine Bank bei der Empfängerüberprüfung anzeigt. Ein Privatname bei einem Shop, der eine Firma sein will, ist ein Grund, nicht freizugeben.

Der Shop ist echt, aber die Ware stimmt nicht: was tun?
Nicht jeder Ärger kommt von einem Fake-Shop. Die Verbraucherzentralen beschreiben eine zweite Gruppe in ihrem Notfall-Check China-Shop: Was Sie jetzt tun können: Shops mit gutem Design, deutschem Namen und deutscher Adresse, hinter denen ein Händler aus China steckt. Die Ware ist oft minderwertig, Größen stimmen nicht, das Produkt sieht anders aus als beworben. Beim Widerruf sollst du dann auf eigene Kosten nach China zurückschicken, mit hohen Porto- und Zollkosten.
Solche Shops liefern also etwas, und gerade das macht es schwerer. Ein geliefertes Paket lässt sich schlechter zurückfordern als eines, das nie kam. Deshalb lohnt der Blick vor dem Kauf auf die Rücksendebedingungen: Wohin geht eine Rücksendung, und wer zahlt sie?
Dein Widerrufsrecht gilt bei Online-Käufen bei einem Unternehmer grundsätzlich auch hier. Die Frist beträgt nach § 355 BGB 14 Tage. Der Notfall-Check der Verbraucherzentralen hilft dir, zu prüfen, ob ein Widerruf sinnvoll ist, wie du eine Rückbuchung beantragst und welche Schritte bei Problemen mit dem Händler möglich sind.
Und wenn eine Bestellung auf dem Versandweg verloren geht? Die Verbraucherzentralen schreiben, dass du bei einem Kauf von einem Unternehmen als Verbraucher dann zwar keine neue Lieferung verlangen kannst, aber auch nichts bezahlen musst, wenn du die Ware nicht erhalten hast.
Ein Paket kommt, das ich nie bestellt habe: muss ich zahlen?
Manchmal läuft es andersherum: Ein Paket kommt, und eine Rechnung folgt. Nach § 241a BGB entsteht durch die Lieferung von Waren, die du nicht bestellt hast, kein Anspruch des Unternehmers gegen dich. Die Verbraucherzentralen erklären, dass du die Ware weder bezahlen noch zurückschicken musst, auch wenn der Absender mit Briefen Druck macht.
Ein Punkt ist wichtig: Reagierst du, zum Beispiel mit einer Dankesmail, kann das als Annahme des Angebots gelten. Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass das auch für ironisch gemeinte Nachrichten gelten kann.
Hinter einem unbestellten Paket kann außerdem ein missglückter Identitätsmissbrauch stecken. Jemand hat mit deinen Daten bestellt und wollte das Paket selbst abfangen, aber es kam bei dir an. Dann lohnt ein genauer Blick auf deine Konten und Rechnungen. Wie Pakete für Betrug benutzt werden, steht in Paketbetrug.
Ich habe bei einem Fake-Shop bezahlt: was tun?
Kümmer dich zuerst um die Zahlung, weil jeder Schutz vom Zahlungsweg und von der Geschwindigkeit abhängt. Schuld ist, wer den Shop gebaut hat. Diese Shops werden von Leuten gemacht, die an tausenden Käufern testen, was funktioniert.
- Ruf sofort deine Bank an. Die Verbraucherzentralen schreiben, dass sich eine Überweisung je nach Tageszeit, Wochentag und Bank noch einige Stunden oder nur wenige Sekunden stoppen lässt. Bei einer Lastschrift kannst du bis zu acht Wochen nach dem Einzug widersprechen.
- Hast du Kartendaten eingegeben, lass die Karte sperren, über deine Bank oder den Sperr-Notruf 116 116, und bitte um eine neue Kartennummer. Achte in den nächsten Wochen auf kleine Testbuchungen.
- Sichere alle Belege, solange der Shop noch online ist: Bestellbestätigung, E-Mails, Zahlungsbeleg und Screenshots des Angebots mit Preis und Lieferzeit.
- Hast du ein Kundenkonto angelegt, änder das Passwort überall dort, wo du dasselbe benutzt.
- Erstatte Anzeige. Die Verbraucherzentralen schreiben, dass es sich rechtlich um Betrug handelt und die Anzeige auch online geht, über die Onlinewache deines Bundeslandes. Die Beratungsstelle deiner Verbraucherzentrale kann deine Unterlagen prüfen.
- Melde die Anzeige bei dem Netzwerk oder der Suchmaschine, über die du auf den Shop gekommen bist, damit sie entfernt wird.
Der Notfall-Check Fakeshops entlarven der Verbraucherzentralen erstellt dir eine Checkliste für deinen Fall. Was nach einer Überweisung realistisch möglich ist, erklärt Überweisung zurückholen. Und wer dir später gegen eine Gebühr verspricht, das Geld von einem Fake-Shop zurückzuholen, ist meistens der zweite Betrug des Tages.
Häufige Fragen zu Fake-Shops
Wie prüfe ich schnell, ob ein Online-Shop ein Fake-Shop ist?
Gib die Adresse in den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen ein. Bei Gelb oder Rot prüf das Impressum selbst und zahl nicht per Vorkasse. Achte außerdem auf Adresse, Preis, Zahlungsarten und Bewertungen außerhalb des Shops.
Gibt es eine App, die Fake-Shops findet?
Eine eigene App brauchst du dafür nicht. Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen ist eine kostenlose Webseite, die du auch auf dem Handy im Browser öffnest. Die Verbraucherzentrale rät, ihn als Lesezeichen zu speichern, dann ist die Prüfung beim nächsten Kauf schnell erledigt.
Ich habe bei einem Fake-Shop bestellt, aber noch nicht bezahlt. Was soll ich tun?
Zahl nicht, auch wenn der Shop eine Erinnerung schickt. Heb die Bestellbestätigung und die E-Mails auf. Die Verbraucherzentralen warnen, dass Fake-Shops auch Daten für weiteren Betrug sammeln: Hast du ein Kundenkonto angelegt, änder das Passwort überall dort, wo du dasselbe benutzt, und achte in den nächsten Wochen auf Nachrichten, die sich auf diese Bestellung beziehen.
Welche Zahlungsart ist beim Online-Shopping am sichersten?
Laut Verbraucherzentrale Hamburg der Kauf auf Rechnung direkt beim Händler. Danach die SEPA-Lastschrift, die du acht Wochen lang zurückholen kannst. Vorkasse per Überweisung ist das größte Risiko.
Ich habe per Vorkasse bei einem Fake-Shop bezahlt. Bekomme ich mein Geld zurück?
Das ist schwer. Die Verbraucherzentralen schreiben, dass es fast unmöglich ist, Geld nach einer Vorkasse von einem Fake-Shop zurückzubekommen. Ruf trotzdem sofort deine Bank an, weil sich eine Überweisung manchmal noch kurz stoppen lässt, und erstatte Anzeige.
Muss ich für ein Paket zahlen, das ich nie bestellt habe?
Nein. Nach § 241a BGB entsteht durch die Lieferung nicht bestellter Waren kein Anspruch gegen dich. Du musst die Ware weder bezahlen noch zurückschicken. Antworte dem Absender aber nicht, weil eine Reaktion als Annahme gelten kann.
Wie lange kann ich einen Online-Kauf widerrufen?
Die Widerrufsfrist beträgt nach § 355 BGB 14 Tage. Achte bei Shops mit Sitz außerhalb der EU vor dem Kauf darauf, wohin Rücksendungen gehen und wer die Kosten trägt.
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