17 Betrugsmaschen, die 2026 in Deutschland passieren, und woran du jede erkennst

Die Betrugsmaschen in dieser Liste beginnen ganz unterschiedlich, enden aber fast alle an derselben Stelle: bei einer eiligen Zahlung, einem weitergegebenen Code oder einem Ausweis, der bei der falschen Person landet. Zu jeder Masche steht hier, wie die Geschichte meistens ankommt und woran du erkennst, dass es Betrug ist, bevor du zahlst.

Blick von oben auf einen Tisch mit Handy, Bankkarte, Briefumschlag, Versandkarton und Schlüsseln

Wie groß das Problem 2026 ist

Laut dem Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und Polizeilicher Kriminalprävention, veröffentlicht am 11. Mai 2026, war in den zwölf Monaten vor der Befragung etwa jede zehnte Person in Deutschland von einer Straftat im Internet betroffen, genau 11 Prozent. Am häufigsten ging es um Betrug beim Onlineshopping, danach um Betrug beim Onlinebanking, fremde Zugriffe auf Online-Konten und Phishing, also gefälschte Nachrichten, die Passwörter oder Kontodaten abgreifen sollen. Ein Drittel der Betroffenen berichtete von einem finanziellen Verlust.

Die Liste unten sammelt Maschen, vor denen Polizei, Verbraucherzentralen, die Finanzaufsicht BaFin und das Bundeszentralamt für Steuern 2025 und 2026 gewarnt haben. Sie ist keine Rangliste. Zu jeder Masche steht, wie die Geschichte meistens ankommt, und am Ende das Zeichen, an dem du den Betrug oft erkennst, bevor Geld abgeht.

Die Beispielsätze in diesem Artikel sind von uns erfunden. Sie zeigen, wie solche Nachrichten klingen, ohne eine echte Nachricht, eine echte Marke oder die Rufnummer eines echten Unternehmens nachzubauen.

Beim Kaufen und Verkaufen

1. Der Fakeshop, der nie liefert

Frau an der offenen Wohnungstür schaut mit dem Handy in der Hand auf eine leere Fußmatte

Betrug beim Onlineshopping ist laut Cybersicherheitsmonitor die Straftat, die Menschen im Internet am häufigsten erleben. Der Shop taucht in einer Anzeige in sozialen Netzwerken oder weit oben in den Suchergebnissen auf, mit Markenware oder Technik deutlich unter dem üblichen Preis. Die Seite sieht ordentlich aus, und bis kurz vor dem Ende werden mehrere Zahlungsarten angeboten. Im letzten Schritt bleibt dann nur noch Vorkasse per Überweisung, und die Ware kommt nie an.

Die BaFin beschreibt auf ihrer Seite zum Datendiebstahl auch Fakeshops, die sich als Leasingfirma ausgeben und Gebrauchtwagen anbieten. Der Schaden ist dabei oft doppelt: Das Geld ist weg, und die eingegebenen Kartendaten sind in den falschen Händen.

Woran du es erkennst: Die Verbraucherzentralen nennen in ihrem Ratgeber Wie erkenne ich Fakeshops vor allem zwei Zeichen: Am Ende ist nur noch Vorkasse möglich, und das Impressum fehlt oder ist unvollständig. Einen unbekannten Shop kannst du vor dem Kauf kostenlos mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale prüfen. Und wenn du doch überweist, sieh dir an, was die Bank beim Namen des Empfängers anzeigt. Gehört das Konto einer Privatperson, obwohl du bei einer Firma bestellst, zahl nicht.

2. Der QR-Code, der auf eine falsche Seite führt

Person richtet die Handykamera auf einen gedruckten QR-Code

Die Verbraucherzentralen sammeln in ihrem Phishing-Radar Fälle von sogenanntem Quishing: falsche QR-Codes, die über die echten auf Parkscheinautomaten und Ladesäulen für E-Autos geklebt werden, falsche Strafzettel mit QR-Code unter dem Scheibenwischer und Briefe, die angeblich von der Bank kommen. Wer den Code scannt, landet auf einer Seite, die Kartendaten oder Zugangsdaten abfragt. Auch die BaFin rät, QR-Codes an Ladesäulen darauf zu prüfen, ob sie überklebt wurden.

Woran du es erkennst: An einem Aufkleber, der über einem anderen Code sitzt, oder an einem Strafzettel, der zur Zahlung per Handy drängt. Lass dir nach dem Scannen die Adresse anzeigen, bevor die Seite öffnet, und lies sie genau, Zeichen für Zeichen. Einen zweifelhaften Strafzettel bringst du laut Verbraucherzentrale am besten direkt zur Polizei und klärst die Sache dort.

3. Die falsche Zahlungsbestätigung beim Verkauf

Diese Masche trifft Menschen, die privat etwas über ein Kleinanzeigenportal verkaufen. Die Verbraucherzentralen beschreiben sie in ihrem Ratgeber zum Betrug mit Kleinanzeigen: Eine interessierte Person will angeblich über eine sichere Bezahlfunktion zahlen und schickt einen Link. Dort sollst du Kartendaten oder die Zugangsdaten deines Bezahlkontos eingeben, damit das Geld bei dir ankommt. Die Seite ist nachgebaut. In einer anderen Version kommt ein Bild mit QR-Code als angebliche Zahlungsbestätigung.

Woran du es erkennst: Um Geld zu bekommen, musst du keine Kartendaten eingeben und nichts bestätigen. Die Verbraucherzentralen sagen es so: Bei echten Zahlungsdiensten bekommst du Geld, ohne dafür etwas bestätigen zu müssen. Bleib mit der Kaufabwicklung im Chat des Portals und öffne keine Links oder QR-Codes, die dir jemand dort schickt.

4. Die echte Rechnung mit der falschen IBAN

Gedruckte Rechnung von oben, daneben ein Stift, eine Lesebrille und ein Handy

Die Verbraucherzentrale Thüringen warnte im März 2026 vor einer Masche, die sogar Rechnungen trifft, auf die du wartest. Kriminelle verschaffen sich Zugriff auf die E-Mails zwischen dir und einer Firma, zum Beispiel einem Handwerksbetrieb, fangen die Rechnung ab und tauschen nur die Bankverbindung aus. Das PDF kommt scheinbar vom echten Absender, Betrag und Leistung stimmen, und das Geld landet auf dem Konto der Täter, oft im Ausland.

Woran du es erkennst: Vergleich IBAN und Kontoinhaber mit früheren Rechnungen oder mit den Angaben auf der Internetseite der Firma. Wenn sich die Bankverbindung geändert haben soll, ruf bei der Firma unter einer Nummer an, die du schon kennst, und nicht unter der aus der E-Mail. Seit dem 9. Oktober 2025 gleicht die Bank bei jeder Überweisung in Euro den eingegebenen Namen mit der IBAN ab. Die BaFin erklärt auf ihrer Seite zur Empfängerüberprüfung, dass du bei abweichenden Angaben einen Hinweis auf das Risiko bekommst. Gib den Namen der Firma ein, und wenn die Bank meldet, dass er nicht passt, gib die Zahlung nicht frei.

Falsche Bank, falsche Polizei, falscher Support

5. Der falsche Bankmitarbeiter und die pushTAN

Mann um die 65 sitzt auf dem Bett, telefoniert und hält sich die Hand an die Stirn

Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor falschen Bank-Anrufen: Jemand ruft an, gibt sich als Mitarbeiter deiner Bank oder Sparkasse aus und meldet eine verdächtige Buchung auf deinem Konto. Dann bietet er an, sie zu stoppen, und dafür sollst du einen Vorgang in deiner App mit einer pushTAN freigeben. Mit dieser Freigabe stoppst du nichts. Du bestätigst eine Überweisung von deinem Konto an die Täter.

Woran du es erkennst: Deine Bank fragt am Telefon nicht nach Passwörtern oder TANs. Eine TAN gibt immer einen Auftrag frei, deshalb lies in der App genau, was du bestätigen sollst, bevor du tippst. Auch eine vertraute Nummer auf dem Display beweist nicht, wer anruft. Leg auf und ruf deine Bank unter der Nummer auf deiner Karte oder aus deiner App zurück. Mehr dazu steht in was ist Vishing.

6. Der falsche Polizist, der deine Karte abholen lässt

Motorradkurier mit geschlossenem Helm greift an einem Gartentor nach einem Umschlag

Im August 2026 meldete die Polizei Düren einen Fall aus Hürtgenwald, über den n-tv berichtete: Ein Mann rief eine Seniorin mehrfach mit unterdrückter Nummer an, gab sich als Polizist aus und behauptete, ihre Bankkarte funktioniere nicht mehr. Sie solle die Karte mitsamt PIN vor die Haustür legen, damit die Polizei sie abholen könne. Danach wurde ein mittlerer vierstelliger Betrag von ihrem Konto abgehoben. Dieselbe Geschichte gibt es mit einer falschen Bank: Im Schwalm-Eder-Kreis kündigte im Januar 2026 eine angebliche Bankmitarbeiterin am Telefon an, ein Kollege hole die Karte aus Sicherheitsgründen persönlich ab, und kurz darauf stand ein Mann an der Haustür, wie nh24 berichtete.

Woran du es erkennst: Die Polizei lässt nie Bankkarten, Geheimzahlen oder Bargeld an der Haustür abholen und fordert auch nicht dazu auf, sie vor die Tür zu legen. Eine Bank tut das ebenso wenig. Die Polizei rät, sofort aufzulegen und selbst bei der Polizei anzurufen, im Notfall unter 110. Eine angezeigte Nummer ist, wie der Sprecher sagte, kein sicherer Beleg dafür, dass wirklich die Polizei anruft.

7. Der falsche Support und die Fernwartung

Smartphone liegt mit leuchtendem Bildschirm auf einem Küchentisch, niemand berührt es

Die Polizeiinspektion Gifhorn berichtete im Februar 2026 von einer 73-jährigen Frau, bei der beim Surfen plötzlich ein Fenster mit der Warnung vor einem Hackerangriff erschien, samt Telefonnummer. Am Telefon meldete sich ein angeblicher Techniker eines bekannten Softwareherstellers und verlangte 249 Euro für die Lösung des Problems. Oft soll bei solchen Anrufen auch eine Fernwartungssoftware installiert werden. Damit kann die andere Person dein Gerät bedienen, als säße sie davor. Dieselbe Bitte um eine Installation kommt auch von falschen Bankmitarbeitern.

Woran du es erkennst: Seriöse Firmen melden sich nicht über ein Fenster im Browser oder mit einem Anruf, um ein Problem auf deinem Gerät zu lösen. Schließ solche Fenster, ruf die angezeigte Nummer nicht an und installier keine Software, die dir jemand am Telefon empfiehlt. Wenn es schon passiert ist, rät die Polizei, das Gerät vom Internet zu trennen, die Bank zu informieren und Anzeige zu erstatten.

8. Die SMS mit dem Link zur nachgebauten Seite

Ein Finger ist kurz davor, auf einen Link in einer Nachrichtenblase zu tippen

Die Verbraucherzentralen führen eine laufend ergänzte Sammlung von Fake-SMS zu Online-Banking, Steuerbescheiden und Gerichtsverfahren, zuletzt aktualisiert im September 2026. Die Nachrichten melden, das Verfahren für die TAN laufe ab, auf dem Konto gebe es ungewöhnliche Vorgänge oder beim Finanzamt sei ein Betrag offen. Einige drohen sogar mit dem Besuch eines Gerichtsvollziehers. Der Link führt auf eine Seite, die aussieht wie die echte und nach Zugangsdaten fragt, oder er will eine App installieren.

Woran du es erkennst: Tipp keinen Link in so einer SMS an, ruf keine Nummer daraus an und erlaube keine App-Installation. Wenn du wissen willst, ob wirklich etwas offen ist, öffne die App deiner Bank selbst oder tipp die Adresse ein, die du kennst. Ein erfundenes Beispiel, wie solche Nachrichten klingen: „Dein Sicherheitsverfahren endet heute. Jetzt hier bestätigen, sonst wird der Zugang gesperrt.“ Mehr dazu in was ist Smishing.

9. Geld von Unbekannten, das du zurückschicken sollst

Frau am Küchentisch telefoniert und schaut dabei auf einen Laptop

Auf deinem Konto bei einem Online-Bezahldienst kommt Geld von einer Person an, die du nicht kennst. Kurz darauf meldet sie sich, spricht von einem Versehen und bittet dich, den Betrag über eine Zahlungsart ohne Käuferschutz zurückzuschicken. Die Verbraucherzentralen warnen im August 2026 vor dieser Masche: Sobald du das Geld zurückgeschickt hast, meldet die Person ihre ursprüngliche Zahlung beim Bezahldienst als Problem, und der Betrag wird von deinem Konto wieder abgebucht. Deine eigene Zahlung bekommst du dagegen nicht zurück, weil es bei dieser Zahlungsart keinen Käuferschutz gibt. Am Ende hat die Person ihr Geld wieder und deins dazu.

Eine verwandte Masche beginnt mit einem Jobangebot. Die Verbraucherzentralen warnen vor Angeboten für Finanztransfers für Dritte: Du sollst Geld auf deinem Konto empfangen und weiterleiten, manchmal als Kryptowährung. Dahinter steckt oft Geldwäsche, und das Geld stammt meist von Menschen, die selbst gerade betrogen wurden.

Woran du es erkennst: Schick Geld, das du nicht erwartet hast, nicht mit einer neuen Zahlung zurück. Die Verbraucherzentralen raten, die erhaltene Zahlung zu öffnen und die Funktion zum Zurückzahlen dieser einen Transaktion zu benutzen. Unerklärte Gutschriften auf deinem Girokonto klärst du mit deiner Bank über die Wege, die du selbst kennst. Und ein Job, der daraus besteht, fremdes Geld weiterzuleiten, ist ein Grund, sofort die Bank zu informieren und den Fall der Polizei zu melden.

Jemand gibt sich als eine Person aus, die du kennst

10. „Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“

Ältere Frau im Sessel liest eine Nachricht auf ihrem Handy

Die Verbraucherzentralen beschreiben in ihrem Ratgeber „Hallo Mama“, „Hallo Papa“, zuletzt aktualisiert im Juli 2026, wie aus dem Enkeltrick ein Tochter- oder Sohntrick geworden ist. Per WhatsApp oder SMS schreibt eine unbekannte Nummer, das Handy sei kaputt oder verloren, das hier sei die neue Nummer. Nach ein paar harmlosen Nachrichten kommt die Bitte um Geld: Eine wichtige Rechnung müsse heute bezahlt werden, und mit dem neuen Handy klappe das Online-Banking noch nicht.

Woran du es erkennst: Ruf dein Kind unter der alten Nummer an, die du schon gespeichert hast, oder sprich persönlich mit ihm. Oft fliegt die Sache damit sofort auf. In einem Fall, den die Verbraucherzentralen schildern, wurde eine Mutter erst stutzig, als der Name des Empfängers gar nicht zu ihrer Tochter passte. Die Absendernummer kannst du blockieren und bei der Bundesnetzagentur melden. Wenn das Konto eines Angehörigen wirklich übernommen wurde, hilft WhatsApp-Konto gestohlen.

11. Der Schockanruf mit einer nachgemachten Stimme

Mann in einem Flur hört mit gerunzelter Stirn einem Anruf auf Lautsprecher zu

Beim Schockanruf erzählt jemand am Telefon, eine nahestehende Person sei in Not und brauche sofort Geld, etwa nach einem Unfall. Die Verbraucherzentrale Brandenburg warnte im Januar 2026, dass Kriminelle dafür inzwischen mit künstlicher Intelligenz eine vertraute Stimme nachbauen. Dafür reichen kurze Sprachaufnahmen, zum Beispiel aus sozialen Netzwerken. Am Telefon sind diese Fälschungen schwer zu erkennen, und es trifft Menschen jeden Alters.

Woran du es erkennst: Eine bekannte Stimme reicht nicht mehr als Beweis. Beende das Gespräch und ruf die Person selbst unter einer Nummer an, die du schon kennst. Eine Frage, die nur die echte Person beantworten kann, hilft ebenfalls, und ihr könnt sie in der Familie vorher vereinbaren. Notier dir nach so einem Anruf Datum, Uhrzeit, Nummer und Verlauf und erstatte Anzeige.

Wer dir Gewinne verspricht

12. Die Geldanlage in der Chatgruppe

Hand hält ein Handy, auf dem ein steigendes grünes Kursdiagramm zu sehen ist

Die BaFin beschreibt Anlagebetrug über WhatsApp und Telegram so: Eine Einladung in eine Gruppe mit angeblichen Aktientipps, täglicher Austausch, Dokumente, die eine Lizenz vortäuschen, und dann ein System, mit dem alle angeblich große Gewinne machen. Auf betrügerischen Handelsplattformen sieht man das eigene Geld auf dem Bildschirm wachsen und wird gedrängt, mehr einzuzahlen. Investiert wird in Wahrheit nichts. Wer auszahlen will, soll erst Steuern, Gebühren oder einen Liquiditätsnachweis zahlen.

Woran du es erkennst: Misstrau Angeboten, die sichere Anlagen, garantierte Renditen und hohe Gewinne versprechen. Die BaFin rät, Einladungen in solche Gruppen gar nicht erst anzunehmen und über die Unternehmensdatenbank der BaFin zu prüfen, ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat. Wenn du auf ein Konto zahlen sollst, das nicht erkennbar zum Betreiber gehört, oder erst zahlen sollst, um an dein eigenes Geld zu kommen, zahl nicht.

13. Anrufe im Namen der BaFin und falsche Geldrückholer

Schreibtisch im Homeoffice mit Aktenordnern, einem Stempel und einem klingelnden Telefon

Am 15. September 2026 warnte die BaFin vor Anrufen, bei denen Unbekannte unter der Rufnummer der BaFin Menschen kontaktieren und sie auffordern, Geld zu überweisen. Die BaFin beschreibt außerdem, dass Betroffene von Anlagebetrug oft Jahre später wieder angerufen werden: Das verlorene Geld sei gefunden oder sichergestellt, für die Rückzahlung müssten aber erst Steuern oder Gebühren gezahlt werden. Manche Anrufer geben an, im Auftrag der BaFin oder einer anderen vertrauenswürdigen Stelle zu handeln.

Woran du es erkennst: Die BaFin ruft Privatleute nicht unaufgefordert an, um sie zu einer Überweisung aufzufordern, und sie beauftragt auch keine Dritten damit. Wenn jemand anbietet, verlorenes Geld zurückzuholen, und dafür vorher Geld verlangt, zahl nicht. Leg auf und erstatte Anzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft, wie die BaFin es empfiehlt.

Falsche Behörden und falsche Forderungen

14. Das gefälschte Inkassoschreiben

Frisch geöffneter amtlich wirkender Brief, daneben ein aufgerissener Umschlag und eine Lesebrille

Die Verbraucherzentrale Brandenburg führt eine Schwarzliste mit Konten aus betrügerischen Inkassoschreiben, zuletzt ergänzt im September 2026. Die Schreiben kommen per Post oder E-Mail, sehen aus wie von einem Inkassobüro oder sogar wie von einem Gericht und fordern Geld für einen Vertrag, den es nie gab, oft samt Zinsen und Verzugsschaden, damit die Summe groß und bedrohlich wirkt.

Woran du es erkennst: Ein Hinweis ist ein ausländisches Konto. Das Land erkennst du an den ersten beiden Buchstaben der IBAN. Es gibt aber auch gefälschte Schreiben mit deutschem Konto. Nimm über keinen der Wege Kontakt auf, die im Schreiben stehen, also weder Telefonnummer noch E-Mail noch Internetseite, erteil keine Einzugsermächtigung und überweis nichts, solange du nicht sicher bist. Die Verbraucherzentralen beraten, wenn du unsicher bist, und bei Betrugsverdacht rät die Verbraucherzentrale zur Strafanzeige.

15. Der falsche Bescheid vom Bundeszentralamt für Steuern

Mann um die 60 auf einer Parkbank liest auf seinem Handy, hinter ihm unscharf ein öffentliches Gebäude

Am 30. Juni 2026 warnte das Bundeszentralamt für Steuern vor einer neuen Welle gefälschter E-Mails mit seinem Logo. Angehängt ist ein angeblicher Bescheid, meist über ein Bußgeld wegen nicht offengelegter Umsätze oder über eine Prüfung der IBAN für ein Lastschriftmandat. Ein Link führt zu einer Eingabemaske für persönliche Daten oder zu einer Zahlung. Das Amt nennt ein Merkmal, das bei allen Varianten gleich ist: das Aktenzeichen 120. G59 201 729.

Woran du es erkennst: Das Bundeszentralamt für Steuern verschickt Zahlungsaufforderungen per Post und nicht per E-Mail oder SMS, und gezahlt wird nur auf ein inländisches Konto der Bundeskasse. Echte Schreiben nennen außerdem Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse der zuständigen Person. Antworte nicht, gib keine Daten ein und zahl nichts. Wer schon Daten eingegeben oder gezahlt hat, soll laut Amt sofort Bank und Polizei informieren.

Wer deine Daten und deinen Ausweis will

16. Die Stelle, für die du ein Konto eröffnen sollst

Blick über die Schulter auf eine Person, die sich für ein Selfie einen Ausweis neben das Gesicht hält

Die Verbraucherzentralen haben ihren Ratgeber Was ist Job-Scamming im August 2026 aktualisiert. Die Anzeige steht auf einem echten Jobportal, oft im Namen einer bekannten Firma, als Heimarbeit oder Nebenjob. Die Zusage kommt nach wenigen Stunden, und noch vor dem Arbeitsvertrag sollst du deine Identität bestätigen: mit einem Video-Ident-Verfahren bei einer angeblichen Partnerbank, einem Selfie mit Ausweis oder einer Ausweiskopie über den Messenger. In Wahrheit eröffnest du damit ein Konto, das die Täter für Geldwäsche oder für Fakeshops benutzen.

Woran du es erkennst: Laut Verbraucherzentrale verlangen seriöse Unternehmen vor dem Arbeitsvertrag weder ein Video-Ident-Verfahren noch die Eröffnung eines Bankkontos. Schick keine Ausweiskopien, keine Selfies mit Ausweis und keine Kontodaten per Chat oder E-Mail. Eine sehr schnelle Zusage mit Zeitdruck ist ein Grund, die Firma selbst über ihre eigene Internetseite zu suchen und dort nach der Stelle zu fragen.

17. Abbuchungen und Verträge in deinem Namen

Rentner prüft einen Kontoauszug auf Papier mit einer Lupe und einem Taschenrechner

Mit gestohlenen Daten schließen Kriminelle Verträge auf fremde Namen ab oder bezahlen damit. Die BaFin beschreibt auf ihrer Seite zum Datendiebstahl eine Form, die viele erst am Kontoauszug bemerken: Beim Online-Einkauf über die Gastfunktion mancher Zahlungsdienste geben Täter eine fremde IBAN ein, oft aus einem früheren Phishing, und der Betrag wird per Lastschrift vom Girokonto einer anderen Person abgebucht. Andere merken es an Rechnungen oder Paketen für Bestellungen, die sie nie gemacht haben.

Woran du es erkennst: Sieh deine Kontoumsätze regelmäßig durch. Eine unberechtigte Lastschrift kannst du laut BaFin ohne Angabe von Gründen innerhalb von acht Wochen zurückbuchen lassen, und bei einer Abbuchung, die du nie erlaubt hast, gilt eine Frist von 13 Monaten. Zu Verträgen, die du nicht abgeschlossen hast, schreiben die Verbraucherzentralen in ihrem Notfall-Check zum Identitätsmissbrauch: Wer keinen Vertrag geschlossen hat, muss nicht zahlen, und das Unternehmen muss den Vertrag nachweisen.

Was fast alle gemeinsam haben

Die siebzehn Maschen fangen unterschiedlich an, aber die meisten haben ein paar Dinge gemeinsam: eine Geschichte mit Zeitdruck, ein Kontakt, der zu dir gekommen ist, ohne dass du ihn gesucht hast, und am Ende eine Bitte um Geld, einen Code oder ein Dokument.

  • Der Zeitdruck. Das Konto wird angeblich gleich gesperrt, das Angebot endet heute, das Kind braucht das Geld sofort. Die Eile soll dir die Zeit nehmen, die Geschichte woanders nachzuprüfen.
  • Der Kontakt, der zu dir kam. Den Link, die Nummer und die App, die dir jemand schickt, hat der Täter ausgesucht. Wenn du die Bank, die Firma oder die Behörde selbst über die App, die Karte oder die eingetippte Adresse erreichst, halten viele dieser Geschichten nicht mehr.
  • Der Name des Empfängers. Seit Oktober 2025 zeigt dir die Bank vor einer Überweisung in Euro an, ob der eingegebene Name zur IBAN passt. Ein Privatname bei einem Einkauf im Shop oder eine Firma, von der du nie gehört hast, ist ein Grund aufzuhören.
  • Der Code aus der Nachricht. Eine TAN oder ein Bestätigungscode gibt einen Auftrag oder eine Anmeldung frei. Wer ihn weitergibt, gibt damit den Zugang weiter, auch wenn die bittende Person vertraut klingt.

Wenn du diese Situationen in Ruhe durchgehen willst, erklärt die häufigsten Betrugsmaschen im Internet fünf davon ausführlich, und Betrug vermeiden sammelt Gewohnheiten, die vor dem Klick oder der Zahlung helfen.

Wenn die Zahlung schon gemacht ist

Wenn du bei einer dieser Maschen schon gezahlt oder Daten herausgegeben hast, ruf noch am selben Tag deine Bank an, unter der Nummer auf deiner Karte oder aus der App. Die BaFin rät auf ihrer Seite zum Datendiebstahl, bei Verdacht auf Betrug sofort Karten oder den Online-Banking-Zugang zu sperren, über die Bank oder über den Sperr-Notruf 116 116.

Eine Überweisung, die du selbst beauftragt hast, kann nach Eingang bei der Bank meist nicht mehr widerrufen werden, schreibt die BaFin. Die Verbraucherzentrale Thüringen rät trotzdem, sofort bei der Bank anzurufen und die Überweisung zurückholen zu lassen, weil es dafür ein kleines Zeitfenster gibt, bevor das Geld beim Empfänger ist. Eine Lastschrift, die du nie erlaubt hast, lässt sich dagegen noch Monate später zurückbuchen. Was die Bank erstatten muss, hängt stark davon ab, ob du den Auftrag selbst gegeben hast oder ob ohne deine Freigabe abgebucht wurde. Das erklärt Echtzeitüberweisung und Betrug: was tun Schritt für Schritt.

Erstatte Anzeige bei der Polizei. Das geht in vielen Bundesländern auch online. Laut BaFin kann die Polizei nach einer Anzeige eine sogenannte KUNO-Sperrung veranlassen, die verhindert, dass deine Karte im Lastschriftverfahren missbraucht wird. Das können weder die Bank noch der Sperr-Notruf. Lösch vorher nichts: Nachrichten, Nummern, Adressen und Belege helfen bei der Anzeige und im Gespräch mit der Bank.

Und noch etwas, das für jede Masche in dieser Liste gilt: Schuld an einem Betrug ist immer, wer ihn begeht. Diese Geschichten sind so gebaut, dass sie im Moment glaubwürdig sind, und viele davon täuschen auch sehr aufmerksame Menschen.

Geprüfte Quellen

Die Maschen, Zahlen und Warnungen in diesem Artikel wurden am 24. September 2026 auf diesen Seiten geprüft:

Häufige Fragen zu Betrugsmaschen 2026

Welche Betrugsmasche ist in Deutschland am häufigsten?

Im Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und Polizeilicher Kriminalprävention nannten Betroffene Betrug beim Onlineshopping am häufigsten, danach Betrug beim Onlinebanking, fremde Zugriffe auf Online-Konten und Phishing. Insgesamt war in den zwölf Monaten vor der Befragung etwa jede zehnte Person von einer Straftat im Internet betroffen.

Hat Betrug 2026 zugenommen?

Eine Zahl für alle Betrugsfälle des Jahres 2026 gibt es noch nicht. Die jüngste Zahl des Bundeskriminalamts betrifft 2025: rund 335.000 registrierte Fälle von Cybercrime im engeren Sinne, etwa zwei Drittel davon aus dem Ausland oder von unbekannten Orten aus begangen. Das BKA schreibt selbst, dass die tatsächliche Zahl wegen der vielen nicht angezeigten Fälle deutlich höher liegen dürfte.

Heißt ein passender Name bei der Empfängerüberprüfung, dass die Überweisung sicher ist?

Nein, aber er hilft sehr. Die Empfängerüberprüfung zeigt dir, ob der eingegebene Name zur IBAN gehört. Sie sagt nichts darüber, ob die Geschichte hinter der Zahlung stimmt. Wenn der Name nicht passt oder zu einer Person gehört, die mit deinem Einkauf nichts zu tun hat, gib die Zahlung nicht frei.

Wie erkenne ich, ob eine Nachricht wirklich von meiner Bank kommt?

Versuch nicht, das an der Nachricht selbst zu entscheiden. Schließ sie, öffne die App deiner Bank selbst und sieh nach, ob es dort einen Hinweis gibt. Wenn du mit jemandem sprechen willst, ruf die Nummer auf deiner Karte an. Deine Bank fragt nicht nach Passwort oder TAN und verlangt nicht, dass du Geld auf ein anderes Konto schiebst.

Ich bekomme einen Anruf mit der Stimme eines Angehörigen, der Geld braucht. Was tun?

Beende das Gespräch und ruf die Person unter der Nummer an, die du schon gespeichert hast. Mit künstlicher Intelligenz lässt sich eine Stimme aus kurzen Aufnahmen nachbauen, deshalb ist eine vertraute Stimme kein Beweis mehr. Eine Frage, die ihr in der Familie vorher vereinbart habt, hilft in vielen dieser Fälle.

Lohnt sich eine Anzeige bei der Polizei?

Ja. Die Anzeige dokumentiert den Fall, hilft bei den Ermittlungen und wird von Banken oft verlangt. Laut BaFin kann die Polizei danach auch eine KUNO-Sperrung veranlassen, damit deine Karte nicht im Lastschriftverfahren missbraucht wird. In vielen Bundesländern kannst du die Anzeige online erstatten.

Wie schütze ich meine Eltern oder Großeltern?

Vereinbart eine einfache Regel: Keine eilige Zahlung, um die jemand per Nachricht oder Telefon bittet, ohne dass sie vorher über einen anderen Weg geprüft wurde, zum Beispiel mit einem Anruf unter der bekannten Nummer. Dazu passen ein Familiensatz für Notfälle und ein regelmäßiger Blick auf den Kontoauszug. Mehr dazu steht in unserem Artikel, wie du deine Eltern vor Betrug schützt.

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