
So funktioniert der Betrug mit falschen Amtspersonen
Bei diesem Betrug gibt sich jemand als Mitarbeiter einer Stelle aus, der du vertraust: Polizei, Staatsanwaltschaft, Behörde oder Bank. Der Name ändert sich, aber der Ablauf bleibt gleich. Er besteht aus drei Teilen, die immer in derselben Reihenfolge kommen.
- Vertrauen durch einen bekannten Namen. Im Display steht eine Nummer, die nach Polizei aussieht. Der Anrufer nennt einen Dienstgrad, ein Aktenzeichen oder einen seriös klingenden Namen. All das lässt sich fälschen und beweist nichts.
- Ein erfundenes Problem. Angeblich sind Einbrecher in der Nachbarschaft unterwegs, dein Name steht auf einer Liste, ein Bankmitarbeiter arbeitet mit Kriminellen zusammen oder gegen dich läuft ein Verfahren. Es soll dringend wirken und kommt ohne Vorwarnung, damit du die Geschichte nicht in Ruhe prüfen kannst.
- Du sollst Geld oder Wertsachen abgeben. Ein Abholer soll Bargeld oder Schmuck bekommen, Bankkarte und PIN sollen vor die Haustür gelegt werden oder du sollst Geld auf ein angeblich sicheres Konto oder in Kryptowährung überweisen.
Achte deshalb darauf, was von dir verlangt wird, und nicht darauf, ob die Geschichte glaubwürdig klingt. Am Telefon kannst du nicht prüfen, ob sie stimmt. Du kannst aber sofort erkennen, wenn jemand etwas verlangt, das die echte Polizei nie verlangen würde.
Wer sich unbefugt als Amtsträger ausgibt, begeht neben dem Betrug eine weitere Straftat. Sie heißt Amtsanmaßung und steht in § 132 StGB.
So läuft ein Anruf von falschen Polizisten ab
Die Polizeiliche Kriminalprävention erklärt auf ihrer Seite zum Betrug durch falsche Polizisten, dass die Täter eine falsche Rufnummer im Display anzeigen lassen können. Danach behaupten sie, dein Geld und deine Wertsachen seien zu Hause oder bei der Bank nicht mehr sicher oder müssten auf Spuren untersucht werden.
Das Landeskriminalamt Niedersachsen schreibt in seiner Warnung Vorsicht! Falscher Polizist!, dass bei solchen Anrufen oft die 110 im Display steht. Das soll den Anruf glaubwürdig wirken lassen. Dazu erzählen die Täter, in der Gegend seien Einbrüche geplant. Das hätten Ermittlungen ergeben, deshalb müssten die Wertsachen vorübergehend abgegeben werden.
So könnte ein solches Gespräch klingen. Das Beispiel haben wir selbst geschrieben:
Beispiel mit den Warnzeichen
„Guten Abend, hier ist Kriminalhauptkommissar Becker. Wir haben heute zwei Einbrecher festgenommen, und bei ihnen lag eine Liste mit Adressen. Ihre steht auch drauf. Wir vermuten außerdem, dass jemand bei Ihrer Bank mit der Bande zusammenarbeitet. Sagen Sie bitte niemandem etwas, auch nicht Ihrer Familie, sonst gefährden Sie die Ermittlungen. Ein Kollege in Zivil kommt in einer halben Stunde vorbei und nimmt Ihr Bargeld und Ihren Schmuck in Verwahrung.“
Die Liste mit deinem Namen soll dir Angst machen und erklären, warum gerade du angerufen wirst. Der Verdacht gegen die Bank soll verhindern, dass du dort nachfragst. Du sollst mit niemandem sprechen, damit dich niemand vor dem Betrug warnt. Der Kollege in Zivil ist der Abholer. Die echte Polizei holt nichts ab.
Dieser Betrug kommt auch per Post vor. Die Polizeiliche Kriminalprävention warnt vor angeblichen Haftbefehlen, in denen eine Geldstrafe verlangt und andernfalls mit Haft gedroht wird. Manchmal erscheint auch jemand mit einem gefälschten Dienstausweis an der Haustür.
Bei neueren Fällen wird kein Bargeld verlangt. Im August 2026 berichtete die Polizei Düren laut n-tv von einem Anrufer, der behauptete, die Bankkarte einer Frau funktioniere nicht mehr. Er bat sie, Karte und PIN vor die Haustür zu legen, damit die Polizei sie abholen könne. Danach wurde ein mittlerer vierstelliger Betrag abgehoben. Die Polizei stellte klar, dass sie niemals Bankkarten, Geheimzahlen oder Bargeld an der Haustür abholen lässt.
So erkennst du falsche Polizisten
Am schnellsten erkennst du den Betrug, wenn du vergleichst, was der Anrufer verlangt und was die echten Stellen selbst dazu sagen. Die Verbraucherzentrale nennt in ihrer Warnung vor falschen Polizisten am Telefon zehn Tipps. Das sind die wichtigsten:
- Die Polizei ruft dich niemals mit der Notrufnummer 110 an. Steht die 110 im Display, ist das bereits ein Zeichen für Betrug.
- Polizei, Gerichte, Behörden, Banken und Verbraucherzentralen verlangen am Telefon weder Geld noch Wertsachen. Sie fordern dich auch nicht auf, Geld auf ein Konto im Ausland zu überweisen.
- Die Nummer im Display ist kein Beweis dafür, wer anruft. Sie kann gefälscht sein.
- Die Polizei bewahrt weder Bargeld noch Schmuck für dich auf. Die Polizeiliche Kriminalprävention schreibt dazu: Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
- Die Polizei holt keine Bankkarten und keine PIN ab. Sie bittet dich auch nicht, beides vor die Tür zu legen.
Du musst nicht jedes Detail des Betrugs kennen. Wenn jemand einen dieser Punkte von dir verlangt, kannst du auflegen.
Falsche Anrufe im Namen von Staatsanwaltschaft, Europol oder BaFin
Nicht jeder Anrufer gibt sich als Polizist aus. Die Verbraucherzentrale beschreibt eine Variante, bei der zuerst eine automatische Ansage kommt, angeblich von Europol, Interpol oder dem Bundeskriminalamt. Wer eine Taste drückt, wird mit einem Menschen verbunden, der oft Englisch spricht. Er behauptet, gegen dich oder deine Familie werde wegen Bankkonten, Ausweisen oder anderer Straftaten ermittelt. Wenn du nicht mitmachst, droht er mit Haft. Am Ende sollst du Geld auf ein Konto im Ausland oder in Kryptowährung überweisen. Echte Polizeibehörden verlangen das nie.
Auch der Name der Finanzaufsicht wird für solche Anrufe benutzt. Die BaFin warnte am 15. September 2026 in einer Verbrauchermitteilung vor Anrufen, bei denen ihre eigene Rufnummer angezeigt wurde. Sie stellt klar, dass sie Privatpersonen nicht unaufgefordert anruft, um Geld zu verlangen. Sie beauftragt damit auch keine anderen Personen. Name und Rufnummer der BaFin werden bei diesen Anrufen missbraucht.
Bei einer weiteren Variante geben sich die Täter als Staatsanwälte, Richter oder Anwälte aus. Meist beginnt sie mit einem ersten Anruf: Ein Verwandter habe einen Unfall verursacht, danach spricht ein angeblicher Staatsanwalt über eine Kaution. Diesen Betrug beschreiben wir in Enkeltrick und Schockanruf.
Manche Anrufer geben sich als Mitarbeiter eines Unternehmens aus. Ein Beispiel ist der angebliche Microsoft-Techniker, der deinen Computer reparieren will. Mehr dazu steht in Microsoft-Betrug. Die Unternehmen, deren Namen dabei benutzt werden, haben mit den Anrufen nichts zu tun.
Anrufe von falschen Bankmitarbeitern
Manche Anrufer geben sich als Mitarbeiter deiner Bank aus. Die Bank ist dabei nicht der Täter, ihr Name wird missbraucht. Die Verbraucherzentrale Hamburg beschreibt in ihrer Warnung vor falschen Bank-Anrufen den häufigsten Ablauf: Jemand behauptet, auf deinem Konto gebe es verdächtige Buchungen, und bietet an, sie zu stoppen. Dazu sollst du eine pushTAN bestätigen, also eine Zahlung in deiner Banking-App freigeben. Mit dieser Freigabe überweisen die Täter tatsächlich Geld von deinem Konto.
Die Nummer im Display kann dabei fast genauso aussehen wie die echte Nummer der Bank. Die Verbraucherzentrale berichtet von einem Fall, in dem sich nur die letzte Ziffer unterschied. Ihr Rat: Gib Passwörter und TANs nie am Telefon weiter. Beende verdächtige Gespräche und ruf die Bank selbst an. Wenn bereits ein Schaden entstanden ist, solltest du Karten und Online-Banking schnell über den Sperr-Notruf 116 116 sperren und Anzeige erstatten. Eine Überweisung, die du selbst freigegeben hast, lässt sich meistens nicht wie eine Lastschrift zurückholen.
Eine echte Bank fragt dich am Telefon nicht nach PIN, TAN oder Passwort. Sie bittet dich auch nicht, eine Zahlung freizugeben, um eine andere zu stoppen. Wie solche Anrufe ablaufen, steht in Betrug durch falsche Bankanrufe. Die Variante per SMS erklären wir in gefälschte Bank-SMS.

Falscher Polizist am Telefon: Was du während des Anrufs tun kannst
Verlass dich auf keine Nummer, keinen Namen und kein Aktenzeichen, das der Anrufer dir nennt. Prüfe die Geschichte immer über einen Kontaktweg, den du selbst gefunden hast.
- Leg auf. Die Polizeiliche Kriminalprävention sagt ausdrücklich: Legen Sie einfach auf. Das ist nicht unhöflich. Wenn der Anruf echt war, kannst du die Sache auch zehn Minuten später noch klären.
- Warte, bis die Leitung wirklich frei ist. Das LKA Niedersachsen rät, die 110 erst selbst zu wählen, wenn die Verbindung vollständig getrennt ist.
- Benutz nicht die Rückruftaste. Die Verbraucherzentrale warnt, dass du sonst wieder bei den Tätern landen kannst. Such die Nummer der Dienststelle oder der Bank selbst heraus, zum Beispiel auf deiner Karte, im Telefonbuch oder auf der offiziellen Webseite.
- Lass niemanden in die Wohnung, auch keine Person in Uniform, die du nicht erwartest. Lass dir den Dienstausweis zeigen und ruf die Dienststelle über eine selbst gesuchte Nummer an. Die Person wartet so lange draußen.
- Sprich mit jemandem darüber. Die Täter wollen verhindern, dass dich jemand vor dem Betrug warnt. Ruf deshalb zum Beispiel deine Tochter, deinen Nachbarn oder deine Bank an.
Die Polizei rät außerdem, den eigenen Eintrag im Telefonbuch löschen zu lassen oder dort den Vornamen abzukürzen. So erfahren die Täter weniger über dich. Sprich am Telefon auch nicht über deine Finanzen oder deine Familie.
Wenn du bereits etwas übergeben oder bezahlt hast
Ruf sofort die 110, wenn jemand gerade etwas abgeholt hat oder gleich kommen will. Nenne der Polizei den Ort und die Uhrzeit. Je früher sie davon weiß, desto eher kann sie handeln.
- Ruf die 110 an, wenn Bargeld, Schmuck oder Karten übergeben wurden oder eine Abholung bevorsteht.
- Ruf deine Bank an, wenn Geld überwiesen oder eine Karte weitergegeben wurde. Nimm dafür die Nummer auf deiner Karte oder aus deiner App. Sag, dass es Betrug war, und lass dir ein Aktenzeichen geben.
- Lass Karten und Online-Banking sperren, entweder über die Bank oder den Sperr-Notruf 116 116. Die BaFin weist auf ihrer Seite zum Datendiebstahl darauf hin, dass nur die Polizei zusätzlich eine KUNO-Sperrung der girocard veranlassen kann.
- Schreib alles auf: die Uhrzeit der Anrufe, genannte Namen, angezeigte Nummern und eine Beschreibung des Abholers. Notiere auch sein Fahrzeug, falls du es gesehen hast.
- Erstatte Anzeige, auch wenn die Polizei schon über die 110 gerufen wurde. Wie das geht, steht in Betrug anzeigen.
Hinter solchen Anrufen stehen Gruppen, die diese Gespräche jeden Tag führen und ihre Sätze einüben. Wenn du darauf hereingefallen bist, bist du nicht schuld. Die Verantwortung liegt bei den Tätern.
Wo du den Anruf melden kannst
Melde den Anruf auch dann, wenn du sofort aufgelegt hast. Die Verbraucherzentrale rät, die Uhrzeit, genannte Namen und Kontonummern aufzuschreiben und danach die Polizei zu informieren. Das ist auch online möglich.
- Polizei. Ruf bei einem laufenden Fall die 110 an. In anderen Fällen kannst du dich an die nächste Dienststelle oder die Onlinewache deines Bundeslandes wenden. Schon der Versuch ist strafbar. Meldungen können der Polizei helfen, die Gruppen hinter den Anrufen zu finden.
- Bundesnetzagentur. Wenn die angezeigte Rufnummer gefälscht wirkte, kannst du den Anruf auf der Seite Ärger mit Rufnummern und Anrufen melden.
- Die Stelle, deren Name benutzt wurde. Informiere deine Bank, die BaFin oder die betroffene Behörde. Nutze dafür einen Kontaktweg, den du selbst herausgesucht hast.
- Familie und Nachbarn. Die Verbraucherzentrale rät ausdrücklich dazu, auch ältere Angehörige, Nachbarn und Bekannte über solche Anrufe zu informieren.
Häufige Fragen zu falschen Polizisten
Ein falscher Polizist hat angerufen. Was soll ich tun?
Leg auf, ohne etwas zu versprechen oder Daten zu nennen. Warte, bis die Leitung frei ist. Wähl danach selbst die 110 oder eine Nummer der Dienststelle, die du selbst herausgesucht hast. Übergib niemandem Geld, Schmuck oder Karten, auch keinem Abholer in Zivil. Wenn du schon etwas übergeben hast, ruf sofort die 110 und danach deine Bank an.
Ruft die Polizei jemals mit der Nummer 110 an?
Nein. Die Polizei ruft niemals mit der Notrufnummer 110 an. Wenn die 110 im Display steht, wurde die angezeigte Nummer gefälscht. Leg auf und wähl die 110 selbst, sobald die Leitung wieder frei ist.
Bewahrt die Polizei Geld oder Schmuck für mich auf?
Nein. Die Polizei verlangt am Telefon weder Geld noch Wertsachen und holt nichts an der Haustür ab. Sie bittet dich auch nie, Karte und PIN vor die Tür zu legen. Wer das verlangt, ist kein Polizist.
Die richtige Nummer der Polizei stand im Display. Ist der Anruf deshalb echt?
Nein. Die Täter können eine falsche Nummer anzeigen lassen. Die Nummer im Display beweist nicht, wer anruft. Ruf über eine Nummer zurück, die du selbst herausgesucht hast, und benutz nicht die Rückruftaste.
Ich habe eine automatische Ansage von Europol bekommen. Was soll ich tun?
Leg auf und drück keine Taste. Die Verbraucherzentrale warnt, dass solche Ansagen zu einem Betrug gehören können, bei dem du am Ende Geld auf ein Konto im Ausland oder in Kryptowährung überweisen sollst. Echte Polizeibehörden verlangen das nie.
Ein Polizist in Zivil steht vor meiner Tür. Wie kann ich prüfen, ob er echt ist?
Lass ihn draußen warten und bitte ihn, seinen Dienstausweis zu zeigen. Ruf dann die Dienststelle über eine Nummer an, die du selbst herausgesucht hast. Nimm keine Nummer, die er dir gibt, und übergib ihm nichts. Wenn er dich unter Druck setzt oder weggeht, ruf die 110.
Was ist der Unterschied zu Betrug mit gefälschten Nachrichten?
Beide Betrugsarten können zusammen vorkommen. Eine gefälschte Nachricht soll dich meist dazu bringen, auf einen Link zu tippen oder Daten einzugeben. Bei falschen Amtspersonen geht es um die Rolle, die der Täter spielt. Ein Anruf angeblich von der Bank gehört deshalb zu beiden Betrugsarten.
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